Tablet und Laptop statt Papierberge: Was andere Parlamente schon konsequent praktizieren, geht der Basler Grosse Rat schrittweise an. An einem Workshop liessen sich gestern gut zwanzig Ratsmitglieder über das papierlose Arbeiten informieren.

Mehrere Grossratsmitglieder sitzen konzentriert vor ihren technischen Geräten, PC, Ipad und Handy.
Wo finden sich auf der Internetseite des Grossen Rates die ZIP-Datei mit allen Geschäften der nächsten Sitzung, wo die letzten Protokolle? Wie lassen sich PDF elektronisch bearbeiten? Und wie lässt sich das Extranet der Kommissionen effizient nutzen? Solchen und weiteren Fragen widmete sich der erste, vom Parlamentsdienst durchgeführte Workshop für den Grossen Rat zum papierlosen Arbeiten.

Dass das papierlose Parlament möglich ist, beweist als Pionier seit zehn Jahren der Landtag des österreichischen Bundeslandes Steiermark. In der Schweiz darf sich der Walliser Grosse Rat einer Vorreiterrolle rühmen: Er arbeitet seit 2013 zu 95% papierlos. Auch andere Kantons- und Stadtparlamente setzen immer stärker auf Digitalisierung.

«Gewohnheitssache»

Papierloses Arbeiten sei Gewohnheitssache. «Hat man sich einmal eingerichtet, will man nicht mehr zurück. Kein mühsames Ablegen, kein überfüllter Briefkasten, rascheres Finden von Dokumenten», zogen die Ratsmitglieder Martina Bernasconi und Alexander Gröflin in Erfahrungsberichten Fazit. Gröflin war es auch, der 2011 mit einem Anzug gefordert hat, dass jedes Ratsmitglied einen Tablet-PC erhält und dafür auf die Grossratsversände verzichtet werden soll.

Weil diese Lösung kostspielig wäre – nebst den Geräten würde vor allem der Personalaufwand für den Support zu Buche schlagen – hat sich das Ratsbüro 2012 für eine Zwischenlösung entschieden. Das Grossrats-Internet wurde so weit ausgebaut, dass diejenigen Ratsmitglieder, welche auf Papier verzichten möchten, alle Dokumente elektronisch vorfinden.

Bisher rund ein Viertel der Ratsmitglieder papierlos

Inzwischen gehören etwa 25 der 100 Ratsmitglieder zu den «Sans-Papiers». Auch Grossratspräsidentin Elisabeth Ackermann schritt am Workshop zur Tat – und meldete sich vom Ratsversand ab.

Text und Foto Eva Gschwind/Parlamentsdienst

 

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