Der Kronleuchter ist aus dem Gesamtkunstwerk Grossratssaal nicht wegzudenken. Nun erstrahlt er, dank siebzig speziell angefertigten neuen Lampen aus fernem Lande, viel heller. Kunsthistorisch hat der Kronleuchter für Basel so einigen Wert.

kronleuchter auf halbmast
Der Kronleuchter - ausnahmsweise auf "Halbmast" © ParlD 

 

Wer von der reichen Bilderwelt umgeben im Grossratssaal sitzt, dessen Blick fällt unweigerlich auch auf den hochoben prunkenden Kronleuchter. Eindrücklich fürs Auge, doch je nach Sitzplatz mehrten sich seit Längerem und insbesondere bei Nachtsitzungen die Klagen, das Licht im Saal sei zum Lesen zu dunkel.

Nun hat der Leuchter neue Lampen erhalten – eine Spezialanfertigung, welche die Rathausverantwortlichen nach langer vergeblicher Suche von einer Firma in China entwickeln liessen; denn auf dem europäischen Markt war für die bestehende Fassung nichts Passendes zu finden. Ab sofort leuchtet das Kunstwerk nun dreimal heller (es ist aber dimmbar) und verbraucht gleichzeitig dreimal weniger Strom. Auch die Denkmalpflege gab zur neuen Beleuchtung ihren Segen.

Rares Beispiel aus der Zeit um 1900

Der reichvergoldete Leuchter aus Schmiedeisen wurde um 1900 von den Architekten des Rathausumbaus, Eduard Vischer und Eduard Fueter, entworfen; angefertigt wurde er von der Kunstschlosserei Preiswerk, Esser & Cie. in Pratteln. Über den Preis ist nichts bekannt.

Von Anfang an war der Leuchter elektrifiziert und konnte – was noch heute so funktioniert – zur Wartung mittels einer speziellen Vorrichtung herabgelassen werden. Er ist einer der wenigen erhaltenen Beleuchtungskörper aus der Zeit um 1900 in Basel. Elektrisches Licht, das noch in den 1890er-Jahren eine Sensation war, etablierte sich damals als Beleuchtungsstandard in öffentlichen Gebäuden. Weitere Leuchter aus dieser Zeit befinden sich im Münster.

Der Grossrats-Leuchter diente auch als Vorbild, als Architekt Lukas Stutz 2007 drei Leuchter für den Saal der Safranzunft, der aus der gleichen Zeit stammt, rekonstruierte.

Text Eva Gschwind, Parlamentsdienst Basel-Stadt

Quellen: Auskünfte von Daniel Schneller und Martin Möhle, Kantonale Denkmalpflege.

Mehr: Geschichte des Grossratssaals

 

Zurückspringen zu: Sprungnavigation