Gleich sieben 1. Klassen der Wirtschaftsmittelschule Basel haben im Rahmen einer Staatskundewoche das Rathaus besucht und mit Grossratsmitgliedern u.a. über das Ausländerstimmrecht debattiert. Welche Seite mehr überzeugt hat: Die Abstimmungsanlage zeigte es mit je einer Abstimmung vor und nach der Diskussion.

Grossrat Daniel Goepfert steht am Rednerpult im Grossratssaal, von hinten sieht man mehrere Schüler.

Politische Bildung soll möglichst anschaulich und spannend stattfinden. Schulklassen sind deshalb jederzeit für einen Tribünenbesuch während einer Grossratssitzung willkommen. Das Angebot «Staatskunde live» welches der Parlamentsdienst in Zusammenarbeit mit Ratsmitgliedern orchestriert, beinhaltet aber beispielsweise auch eine Polit-Diskussion mit Grossrätinnen und Grossräten.

Am 20. Januar hat WMS-Lehrer und Ratsmitglied Daniel Goepfert gleich sieben Klassen ins Rathaus gelotst, was einen Rekord darstellen dürfte. Gestaffelt in drei Gruppen, führte Ratskollege und Historiker Oswald Inglin die Schülerinnen und Schüler jeweils zuerst in die Geschichte des Rathauses ein.

In Teil 2 folgte dann im Grossratssaal eine Polit-Diskussion mit weiteren Ratsmitgliedern zu einem Thema, welches die Klassen vorbereitet hatten. Beim kantonalen Stimmrecht für Ausländerinnen und Ausländer kreuzten Tanja Soland und David Jenny die Klingen, beim Stimmrechtsalter 16 Sarah Wyss und Joël Thüring. Christian Meidinger und nochmals Tanja Soland schliesslich debattierten über die Videoüberwachung des öffentlichen Raums. Die Jugendlichen diskutierten engagiert und kreativ mit.

Abstimmungsanlage zeigt Meinungsumschwung

Welche Seite mehr überzeugt hat, zeigte jeweils je eine Abstimmung vor und nach der Diskussion. Es gab so einige Meinungswechsel: Beim Stimmrechtsalter 16 legten die Befürworter zu und gingen am Schluss knapp siegreich über die Ziellinie, die Videoüberwachung auf öffentlichen Plätzen hingegen fand nach anfänglicher breiter Zustimmung keine Mehrheit mehr.

Der Einsatz der elektronischen Abstimmungsanlage für Schulklassen war eine Premiere. Seit dem Rathausfest vom Sommer 2014 ist die Anlage auch für Anlässe ausserhalb des Ratsbetriebs einsetzbar (allerdings ressourcenbedingt mit Einschränkungen). Grundsätzlich gilt für Schulbesuche, dass auch ein Engagement der Lehrerschaft erwartet wird. Die Grossratsmitglieder oder der Parlamentsdienst sollen eine ergänzende Rolle haben – und Staatskunde eben «live» und «am Tatort» vermitteln.

 

Ca. 40 Schülerinnen und Schüler sitzen in den Bänken des Grossratssaals.
 
Mehrere Schüler stehen vor dem grossen Gerechtigkeits-Wandbild im Rathaus.

 

Text: Eva Gschwind/Parlamentsdienst. Fotos: Michael Fritschi

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