Rathausführungen

Historische Führungen

Das sandsteinfarbene Rathaus am Marktplatz mit seinem markanten Turm ist ein Wahrzeichen der Stadt. Es ist sowohl Sitz des Regierungspräsidiums wie auch des Grossen Rates. Die ältesten Teile des Hauses datieren aus dem 16. Jahrhundert.

Historische Führungen werden angeboten durch Basel Tourismusguided tour; visite guidée; visita guidataFür sehbehinderte und blinde Menschen gibt es spezielle Führungen.

Ein erster Eindruck

Video BS-TV: «Rundgang durch das Basler Rathaus» (Staatskanzlei Basel-Stadt, 2012)

 Das Video läuft auf youtube (Disclaimer)

 

Zum Grossratssaal

Der Grossratssaal ist ein gestalterisches Gesamtkunstwerk. Er entstand 1901 bis 1904 und hatte mehrere Vorgänger.

Der erste «echte» Grossratssaal im Rathaus, mit dessen Neubau man 1504 begonnen hatte, entstand 1521. Bisher hatte der Grosse Rat im Augustiner- oder Predigerkloster getagt. 1824 bis 1828 liess man das Rathaus umfassend erneuern, der Grossratsaal bekam eine bedeutend höhere Decke und wurde insgesamt umgestaltet.

Der Grosse Rat tagt in einer reichen Bilderwelt.Der Grossratssaal von 1904 ist ein Gesamtkunstwerk. Foto: Michael Fritschi

1901 wurde der alte Saal abgebrochen, als man 1899 bis 1904 das Rathaus im Stil von Neugotik und Neurenaissance umbaute und erweiterte. Damals erhielt das Rathaus auch den Turm, um auf dem vergrösserten Marktplatz mehr Sichtbarkeit zu erhalten. Am 23. Juni 1904 kam der Grosse Rat zu seiner ersten Sitzung im neuen Grossratssaal zusammen. Von den früheren Ratssäälen ist fast nichts mehr erhalten, doch gibt es im Basler Kunstmuseum noch die von Hans Holbein d. J. gemalten Wandbilder in Form von Fragmenten zu besichtigen.

Reiche Bilderwelt 

Der Grossratssaal hat fast alles, was ein Parlamentsbetrieb braucht: Garderobe, Vorsaal, Ratscafé, Journalistensitze und Publikumstribüne. Was den Saal aber besonders macht, ist seine Bilderwelt, die mit diesem Ort geschichtlich und ideell aufs Engste verbunden ist.

Die Wappen der Schweizer Kantone und legendäre Gestalten aus der Geschichte auf der Aussenfassade des Rathauses verweisen auf das Generalthema der Ausschmückung: Basel und die Aufnahme in die Eidgenossenschaft im Jahr 1501. Es setzt sich fort in der Innenhoffassade des Hinterhauses, wo man die Gesandten der Eidgenossenschaft in Basel Einzug halten sieht, und im Grossratssaal. Über dem Sitz des Grossratspräsidiums und damit vor den Augen der Grossratsmitglieder kulminiert das Geschehen im dreiteiligen Bild des Bundesschwurs.

Auf der Rückseite des Saals ergänzen szenische Darstellungen von Handel und Wissenschaft und ein historisches Ereignisbild (der Amtsantritt des Rektors bei der Wiedereröffnung der Universität nach der Reformation) die Ikonographie. In den Bildern sind zahlreiche am Rathausbau beteiligte Personen abgebildet, sogar die Familie des Rathausabwarts gab einigen Figuren ihre Gesichtszüge.

Staatsmänner und Tugenden

An den Saalwänden verteilt finden sich geschnitzte und gemalte Porträtmedaillons von Staatsmännern, die für die Geschichte Basels wichtig waren, so Munatius Plancus, Johann Rudolf Wettstein oder Wilhelm Klein.

Einer der vier Bogenfelder der Türen im Grossratssaal mit der spartanischen Prinzessin Penelope, welche die Tugend der Klugheit verkörpert.Penelope: «Alles, was du tust, sollst du mit Verstand tun». © Simone Hiltscher

In den Bogenfeldern der Türen sind die vier Haupttugenden dargestellt: Penelope verkörpert die Klugheit, Mucius Scaevola die Tapferkeit, Zeleukos die Gerechtigkeit und Alexander der Grosse die Mässigung; eine Wiederaufnahme des humanistischen Bildprogramms der Holbeinschen Bilder.

Im grösseren Bogenfeld des Kamins thront Moses als vorbildlicher Gesetzgeber. Darüber der Leitspruch des Grossen Rates: salus publica suprema lex (Das Wohl des Volkes ist oberstes Gesetz).

Literatur: Das Basler Rathaus, Herausgeber Staatskanzlei des Kantons Basel-Stadt, Basel 1983.